JUMO diraVIEW 132 – Digitalanzeiger (Typ: 701510/8-0000-23/000)
In dieser Ausführung verfügt das Gerät über einen universellen Analogeingang, der unterschiedliche Signalarten verarbeiten kann. Zusätzlich stehen zwei Digitaleingänge zur Verfügung, wobei einer alternativ als Logikausgang genutzt werden kann.
Der JUMO diraVIEW 132 ist ein kompakter Digitalanzeiger im Querformat 48 × 24 mm zur Anzeige und Überwachung von Prozessgrößen wie Temperatur, Druck oder analogen Signalen. Trotz seiner kleinen Bauform bietet das Gerät eine vielseitige Funktionsausstattung für industrielle Anwendungen.
Die Anzeige der Messwerte und Parameter erfolgt übersichtlich über zwei 18-Segment-LCD-Anzeigen. Ergänzende Anzeigeelemente informieren über Schaltzustände und aktive Funktionen.
Die Bedienung erfolgt über eine Folientastatur mit vier Tasten. Dank der Schutzart IP65 ist das Gerät auch für anspruchsvolle Umgebungsbedingungen geeignet.
Ausstattung dieser Gerätevariante
- 1 universeller Analogeingang
- 2 Digitaleingänge (Digitaleingang 1 alternativ als Logikausgang nutzbar)
- 1 Relaisausgang (Schließer)
- 1 Logikausgang 0/14 V (alternativ zum Digitaleingang 1)
- Spannungsversorgung: AC 110–240 V (+10 / -15 %), 48–63 Hz
- Anzeige über 2 × 18-Segment-LCD
- kompaktes Format: 48 × 24 mm (Querformat)
Funktionen und Möglichkeiten
Der diraVIEW 132 kombiniert Anzeige-, Überwachungs- und einfache Steuerungsfunktionen in einem kompakten Gerät:
- Min-/Max-Wertspeicherung zur kontinuierlichen Auswertung
- Hold-Funktion zum Einfrieren von Messwerten
- Tarierfunktion, auch für Wiegeanwendungen geeignet
- Timerfunktion für zeitabhängige Abläufe
- Überwachung von bis zu 4 Grenzwerten mit umfangreichen Alarmfunktionen
Zusätzlich können digitale Steuersignale flexibel verarbeitet und miteinander verknüpft werden.
Signalverarbeitung & Flexibilität
Alle Signale werden intern über Selektoren verwaltet, wodurch eine flexible Zuordnung von Ein- und Ausgängen möglich ist. Dadurch lässt sich das Gerät individuell an unterschiedliche Anwendungen anpassen.
Schnittstellen & Konfiguration
Das Gerät verfügt über eine USB-Device-Schnittstelle zur Verbindung mit einem PC. Die Parametrierung erfolgt über das Setup-Programm, mit dem:
- Einstellungen erstellt und übertragen werden können
- Daten ausgelesen und gesichert werden können
- Anschlusspläne automatisch generiert werden können
Während der Konfiguration erfolgt die Spannungsversorgung direkt über USB.
Vorteile und Besonderheiten
- universeller Analogeingang für flexible Anwendungen
- kompakte Bauform für beengte Einbausituationen
- Kombination aus Anzeige, Überwachung und Steuerung
- vielseitige Funktionen wie Timer, Min/Max und Tarierung
- robuste Ausführung mit Schutzart IP65
Mögliche Anwendungsbereiche
- Überwachung von Temperaturwerten in Heiz- und Kühlprozessen
- Einsatz in industriellen Anlagen mit vorhandener Netzspannung
- Kontrolle von Druck- oder Durchflusswerten in Prozessanlagen
- Integration in Maschinensteuerungen zur Anzeige von Prozessdaten
- Grenzwertüberwachung mit direkter Schaltfunktion über Relais
- Einsatz in Produktionsumgebungen mit kontinuierlicher Spannungsversorgung
- Visualisierung von Messwerten in Schaltschränken
Ausführliche Übersicht über die Funktionalitäten des JUMO diraVIEW 132
Signalzuordnung über Selektoren
Die Eingangssignale sowie sämtliche internen Signale stehen in sogenannten Selektoren (Analogselektor, Digitalselektor) zur weiteren Verwendung im Gerät bereit. Die Ansteuersignale für die Ausgänge werden ebenfalls über Selektoren zugewiesen, was eine flexible Zuordnung von Signalen und Funktionen ermöglicht.
Schnittstellen
Das Gerät verfügt über eine USB-Device-Schnittstelle (Micro-B-Buchse auf der Rückseite), die speziell für die Verbindung mit einem PC zum Setup-Programm vorgesehen ist. Während der Konfiguration wird das Gerät über diese USB-Schnittstelle mit Strom versorgt, sodass keine Netzversorgung erforderlich ist.
Optional steht eine RS485-Schnittstelle zur Verfügung, die für die Kommunikation mit einem Modbus-Master (Modbus-RTU-Betriebsmodus) vorgesehen ist. Der Master kann bis zu zwei Analogwerte und zwei Binärwerte zum Gerät übertragen, die dort als externe Eingangssignale genutzt werden. Darüber hinaus sind zwei Analog-Merker und zwei Digital-Merker (binär) verfügbar. Als weitere Option ist eine Ethernet-Schnittstelle verfügbar, die die Betriebsmodi Modbus-TCP und Modbus-RTU/ASCII über TCP unterstützt. Über diese Schnittstelle können dieselben Parameter und Prozesswerte wie über die RS485-Schnittstelle übertragen werden.
Spannungsversorgung
Es stehen zwei Varianten der Spannungsversorgung zur Verfügung:
- AC 110 bis 240 V
- AC/DC 20 bis 30 V
jeweils 48 bis 63 Hz
Elektrischer Anschluss
Einfacher und zeitsparender Anschluss mit Hilfe von praktischen Federzugklemmen (Push-In-Technologie)
Min-Max-Funktion
Unter Verwendung der Min-Max-Funktion werden der niedrigste und der höchste Messwert gespeichert und fortlaufend aktualisiert. Es besteht die Möglichkeit, diese Werte separat oder abwechselnd mit dem aktuellen Messwert anzeigen zu lassen. Ein Binärsignal ermöglicht es, die gespeicherten Werte zurückzusetzen und auf den aktuellen Messwert zu bringen.
Hold-Funktion
Durch die Hold-Funktion wird der Wert des Anzeigers "eingefroren", was bedeutet, dass dieser Wert so lange angezeigt wird, wie das steuernde Binärsignal aktiv ist.
Tarierfunktion
Die Tarierfunktion ermöglicht es, den Wert des Anzeigers auf null zu setzen, gesteuert durch ein Binärsignal (bei Wiegeanwendungen). Dabei wird der aktuell angezeigte Wert jedes Mal zum Tarawert hinzuaddiert. Durch ein weiteres Binärsignal kann der Tarawert auf null zurückgesetzt werden, sodass wieder der aktuelle Wert in der Anzeige erscheint.
Grenzwertüberwachungen
Das Gerät verfügt über vier Grenzwertüberwachungen mit jeweils acht konfigurierbaren Alarmfunktionen. Zur Überwachung kann ein beliebiges Analogsignal aus einem Selektor ausgewählt werden. Die Grenzwerte können entweder absolute Werte sein oder von einem anderen Analogsignal abhängen. Es sind verschiedene spezielle Funktionen wie:
- Ein-/Ausschaltverzögerung
- Wischerfunktion
- Alarmunterdrückung während der Einschaltphase oder bei Parameteränderungen
- Alarmverriegelung
- Selbsthaltung mit Quittierung
verfügbar. Diese umfangreichen Funktionen ermöglichen eine flexible und präzise Realisierung von Alarm- und Grenzwertfunktionen.
Digitale Steuersignale
Diese Funktion ermöglicht die Konfiguration von bis zu 4 digitalen Steuersignalen. Dabei wird das Steuersignal entweder durch eine UND-/ODER/XOR-Verknüpfung von bis zu drei auswählbaren Binärsignalen gebildet oder ein einzelnes Binärsignal dient als Eingangssignal und kann als impulsförmiges Signal, verzögertes Signal, Wischersignal oder flankengetriggertes Signal ausgegeben werden. Bei letzterem wird die steigende oder fallende Flanke des Binärsignals ermittelt und das Ausgangssignal für die Dauer eines Abtastintervalls aktiviert. Das Ausgangssignal kann in allen genannten Fällen invertiert werden.
Timer
Nach Aktivierung des Timers wird ein invertierbares Signal für die festgelegte Timerlaufzeit erzeugt. Der Timer kann auch gestartet werden, nachdem eine Vorlaufzeit abgelaufen ist oder eine Toleranzgrenze erreicht wurde. Nach Ablauf des Timers kann ein Timer-Endesignal erzeugt werden, das entweder zeitlich begrenzt ist oder eine Quittierung erfordert. Diese Funktionen des Timers ermöglichen eine breite Palette zeitabhängiger Abläufe.
Servicezähler
Der Servicezähler kann entweder die Anzahl der Schaltungen eines Binärsignals zählen oder dessen Einschaltdauer messen. Sobald der einstellbare Grenzwert erreicht ist, wird ein Binärsignal aktiviert, das quittiert werden muss. Zusätzlich ist ein Betriebsstundenzähler verfügbar, der die Betriebszeit des Geräts erfasst.
Mathematik- und Logikfunktion
Durch die optionale Mathematik- und Logikfunktion (Typenzusatz) können analoge oder binäre Werte miteinander verknüpft werden. Mithilfe des Setup-Programms können bis zu vier frei konfigurierbare Mathematik- oder Logikformeln erstellt werden. Die Ergebnisse stehen anschließend im Analog- bzw. im Digitalselektor für die weitere Verwendung zur Verfügung.
Individuelle Anwenderebene
Die individuelle Anwenderebene bietet Platz für bis zu 16 editierbare Konfigurationsparameter. Diese Parameter können im Setup-Programm individuell ausgewählt werden.
Setup-Programm
Mit dem Setup-Programm können Datensätze erstellt, bearbeitet, auf das Gerät übertragen und von dort ausgelesen werden. Die Daten können gesichert und ausgedruckt werden. Außerdem ermöglicht das Programm dem Anwender auf einfache Weise die Erstellung und den Ausdruck eines Anschlussplans, der die aktuelle Klemmenbelegung des Geräts darstellt.
Startup: Die Startup-Funktion ermöglicht die Aufzeichnung von Prozessgrößen während der Inbetriebnahme für maximal 24 Stunden. Die aufgezeichneten Diagramme stehen auf dem PC zur Verfügung und können beispielsweise zur Anlagendokumentation verwendet werden.
Onlinedaten: In einem separaten Fenster werden die aktuellen Prozessgrößen des Geräts angezeigt.
Kundenspezifische Linearisierung
Durch eine individuelle Linearisierung nach Kundenwunsch ist es möglich, auch Sensorsignale mit speziellen Kennlinien zu verwenden. Die Programmierung erfolgt im Setup-Programm entweder durch eine Wertetabelle mit bis zu 40 Wertepaaren oder durch eine Formel (Polynom 4. Ordnung). Das Gerät unterstützt 2 kundenspezifische Linearisierungen.
Strukturierter Text
Durch die Option "Strukturierter Text" (Typenzusatz) erhält der Anwender die Möglichkeit, eine individuelle Applikation zu entwickeln. Diese Applikation wird mithilfe des ST-Editors erstellt, der Teil des Setup-Programms ist, und nutzt die SPS-Programmiersprache "Strukturierter Text". Nach Fertigstellung wird die Applikation auf das Gerät übertragen und dort kontinuierlich ausgeführt. Zur Fehlerbehebung und zum Testen stehen Online-Debugger-Funktionen im ST-Editor zur Verfügung.
Mithilfe des ST-Code ist es möglich, bis zu 10 hinterlegte Textmeldungen applikationsabhängig anzuzeigen.