Wenn Gewässer zu warm werden: Wasserqualität überwachen und Veränderungen frühzeitig erkennen
Anhaltend hohe Temperaturen und Hitzewellen können Seen, Teiche, Angelgewässer und langsam fließende Gewässer erheblich belasten. Steigende Wassertemperaturen verändern die biologischen und chemischen Prozesse im Wasser und können das ökologische Gleichgewicht empfindlich stören.
Besonders kritisch wird die Situation, wenn hohe Temperaturen, geringe Wasserbewegung und eine erhöhte Nährstoffbelastung zusammenkommen. Der Sauerstoffgehalt im Wasser kann sinken, das Wachstum von Algen und Cyanobakterien kann begünstigt werden und die Lebensbedingungen für Fische und andere Wasserorganismen können sich innerhalb kurzer Zeit verschlechtern.
Eine regelmäßige Überwachung der Wasserqualität hilft dabei, Veränderungen frühzeitig zu erkennen, Messwerte zu dokumentieren und geeignete Maßnahmen auf einer fundierten Datengrundlage einzuleiten.
Warum hohe Wassertemperaturen für Gewässer zum Problem werden können
Mit steigender Wassertemperatur nimmt die Löslichkeit von Sauerstoff im Wasser ab. Gleichzeitig laufen viele biologische Prozesse schneller ab und der Sauerstoffverbrauch im Gewässer kann steigen.
Vor allem stehende oder langsam fließende Gewässer reagieren empfindlich auf längere Hitzeperioden. Seen, Fischteiche, Angelgewässer und kleinere Oberflächengewässer verfügen häufig nur über einen begrenzten Wasseraustausch.
Kommen zusätzlich hohe Nährstoffkonzentrationen, intensive Sonneneinstrahlung und geringe Wasserbewegung hinzu, können sich die Bedingungen im Gewässer innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern.
Sinkender Sauerstoffgehalt belastet Fischbestände
Gelöster Sauerstoff gehört zu den wichtigsten Parametern bei der Beurteilung der Wasserqualität eines Gewässers.
Steigende Temperaturen, biologische Abbauprozesse und starkes Algenwachstum können dazu führen, dass der verfügbare Sauerstoff zunehmend verbraucht wird. Besonders in den frühen Morgenstunden können kritische Sauerstoffkonzentrationen auftreten, da Algen und Wasserpflanzen während der Nacht ebenfalls Sauerstoff verbrauchen.
Für Fischbestände und andere Wasserorganismen bedeutet ein niedriger Sauerstoffgehalt erheblichen Stress. Empfindliche Arten können ihr Verhalten verändern, bestimmte Gewässerbereiche meiden oder an die Wasseroberfläche kommen.
Bei anhaltendem Sauerstoffmangel kann es im Extremfall zu Fischsterben kommen.
Nährstoffbelastung durch Nitrat und Phosphat beobachten
Nitrat und Phosphat sind wichtige Nährstoffe in aquatischen Ökosystemen. Zu hohe Nährstoffkonzentrationen können jedoch das Wachstum von Algen und Wasserpflanzen fördern.
In Verbindung mit hohen Temperaturen und intensiver Sonneneinstrahlung kann eine erhöhte Nährstoffbelastung die biologische Aktivität im Gewässer deutlich verstärken.
Deshalb ist es sinnvoll, neben Temperatur und Sauerstoff auch weitere Wasserparameter regelmäßig zu kontrollieren. Dazu gehören beispielsweise der pH-Wert, die elektrische Leitfähigkeit, Nitrat und – abhängig von der jeweiligen Fragestellung – weitere chemische und physikalische Messgrößen.
Blaualgen und Cyanobakterien: Risiken frühzeitig erkennen
Hohe Temperaturen und nährstoffreiche Gewässer können das Wachstum von Cyanobakterien begünstigen. Diese werden umgangssprachlich häufig als Blaualgen bezeichnet.
Eine starke Vermehrung kann zu sichtbaren Schlieren, einer grünlichen Verfärbung des Wassers oder zur Bildung von Algenteppichen führen.
Einige Cyanobakterien können Toxine bilden. Dadurch können stark belastete Gewässer nicht nur für Tiere und Fischbestände, sondern auch für Menschen beim Baden oder bei anderen Freizeitaktivitäten ein Gesundheitsrisiko darstellen.
Sichtbare Veränderungen der Wasseroberfläche sind jedoch häufig erst ein spätes Warnsignal.
Warum regelmäßiges Gewässermonitoring wichtig ist
Wer die Entwicklung eines Gewässers beurteilen möchte, sollte sich nicht ausschließlich auf eine einzelne Messung verlassen.
Regelmäßige Messungen ermöglichen es, Veränderungen und Trends im zeitlichen Verlauf zu erkennen. Besonders während längerer Hitzeperioden können kürzere Messintervalle sinnvoll sein.
Ein systematisches Gewässermonitoring kann beispielsweise folgende Parameter umfassen:
- Wassertemperatur
- gelöster Sauerstoff
- pH-Wert
- elektrische Leitfähigkeit
- Nitrat
- weitere Nährstoffparameter abhängig von Gewässer und Fragestellung
Entscheidend ist nicht nur die Erfassung einzelner Messwerte. Erst die regelmäßige Dokumentation und Bewertung der Messergebnisse ermöglicht es, Veränderungen der Wasserqualität frühzeitig zu erkennen.
Wasserqualität direkt vor Ort messen
Bei der Untersuchung von Seen, Teichen, Angelgewässern und anderen Oberflächengewässern bieten mobile Messgeräte einen entscheidenden Vorteil: Die relevanten Wasserparameter können unmittelbar am Gewässer bestimmt werden.
Dadurch lassen sich unterschiedliche Messstellen vergleichen, Tiefenprofile untersuchen und Veränderungen während längerer Hitzeperioden dokumentieren.
Die mobile Wasseranalyse eignet sich unter anderem für Gewässerbetreiber, Angelvereine, Fischereibetriebe, Umweltbehörden, Ingenieur- und Umweltbüros, Forschungseinrichtungen sowie Dienstleister im Bereich Umwelt- und Gewässermonitoring.
Multiparameter-Messgeräte für professionelles Gewässermonitoring
Mit Multiparameter-Messgeräten können mehrere wichtige Wasserparameter direkt vor Ort erfasst werden.
Mobile Multiparametersonden von HORIBA ermöglichen – abhängig von Gerät und Sensorkonfiguration – die Untersuchung verschiedener physikalischer und chemischer Wasserparameter. Dazu gehören beispielsweise Wassertemperatur, pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit und gelöster Sauerstoff.
Der Vorteil liegt in der gemeinsamen Erfassung mehrerer Messgrößen. Dadurch lassen sich Veränderungen im Gewässer umfassender beurteilen und Zusammenhänge zwischen Temperatur, Sauerstoffhaushalt und weiteren Wasserparametern besser erkennen.
Gerade während Hitzeperioden können regelmäßige Messungen an definierten Messstellen dabei helfen, kritische Entwicklungen frühzeitig zu identifizieren.
Schnelle Vor-Ort-Analyse mit HORIBA LAQUAtwin Testern
Für die gezielte Untersuchung einzelner Wasserparameter bieten kompakte HORIBA LAQUAtwin Tester eine flexible Ergänzung zur Multiparametermessung.
Mit den mobilen Messgeräten lassen sich – abhängig vom eingesetzten Tester – beispielsweise pH-Wert, elektrische Leitfähigkeit oder Nitrat direkt vor Ort untersuchen.
Die kompakte Bauweise und der geringe Probenbedarf ermöglichen schnelle Kontrollmessungen an unterschiedlichen Messstellen.
Dadurch eignen sich die Tester unter anderem für orientierende Messungen, regelmäßige Kontrollen und die ergänzende Untersuchung ausgewählter Wasserparameter.
Wasserqualität messen, bevor Veränderungen sichtbar werden
Hohe Wassertemperaturen, sinkende Sauerstoffkonzentrationen, erhöhte Nährstoffwerte und verstärktes Algenwachstum können die Wasserqualität innerhalb kurzer Zeit verändern.
Wer erst mit der Wasseranalyse beginnt, wenn Fische an der Wasseroberfläche nach Luft schnappen oder sich bereits ein sichtbarer Algenteppich gebildet hat, reagiert möglicherweise zu spät.
Ein regelmäßiges und systematisches Gewässermonitoring schafft eine belastbare Datengrundlage, um Entwicklungen zu erkennen, Messwerte miteinander zu vergleichen und Veränderungen der Wasserqualität besser beurteilen zu können.
Mit mobilen Messlösungen von HeylNeomeris können relevante Wasserparameter direkt am Gewässer untersucht und dokumentiert werden.
Wasserqualität sichtbar machen. Entwicklungen frühzeitig erkennen. Gewässer verantwortungsvoll überwachen.
Entdecken Sie mobile Messtechnik für die schnelle und zuverlässige Wasseranalyse direkt vor Ort